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Wichtige Pipeline getroffen: Öl-Export durch das Rote Meer stockt

Seit Monaten ist die Erdölversorgung am Persischen Golf aufgrund des Irankriegs und der teilzeitlichen Blockade der wichtigen Strasse von Hormus gestört. Eine Ausweichroute für Erdöl stellte bis anhin das rote Meer dar: Über die saudische Ost-West-Pipeline hat das Königreich einen Teil des Öls, welches nicht mehr über die Strasse von Hormus exportiert werden kann, über das Rote Meer auf den Weltmarkt gebracht. Diese wichtige Pipeline, die über eine Kapazität von rund 7 Mio. Barrel pro Tag verfügt, wurde nun Opfer einer vermutlich iranischen Drohnenattacke. Zwar ist das Ausmass des Schadens noch nicht absehbar, dennoch hat Saudi-Arabien die Pipeline aus Sicherheitsgründen vorsorglich ausser Betrieb genommen. Kurzfristig kann der Export durch das Rote Meer aufgrund von Lagerbeständen zwar noch sichergestellt werden; ein länger dauernder Ausfall der Ost-West-Pipeline dürfte allerdings weitere Verwerfungen an den internationalen Märkten nach sich ziehen. Und als ob dies alles nicht schon genug schlimm wäre, stehen die mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthi-Rebellen kurz davor, die Meerenge Bab el-Mandeb am Ausgang des Roten Meeres zu blockieren.

Es zeigt sich zweierlei: die speziellen geographischen Verhältnisse rund um die arabische Halbinsel sind zentral zum Verständnis der momentanen globalen Versorgungskrise. Und: der Iran und seine Verbündeten sind nach wie vor in der Lage und willens, die lokale Mineralölinfrastruktur und damit die internationale Versorgung zu sabotieren. Nicht ganz überraschend kennt der Rohölpreis im Licht dieser Entwicklung derzeit nur eine Richtung: Ein Fass der Sorte Brent kostete am Montag 107 Dollar, 9 Dollar mehr als in der Vorwoche.